Die Einlagerung natürlich gewonnener Stammzellen aus Quellen wie Nabelschnurblut, Nabelschnurgewebe und Zähnen bietet eine unvergleichliche biologische Qualität, hohe regulatorische Akzeptanz und ein ausgezeichnetes Kosten-Nutzen-Verhältnis im Vergleich zu Alternativen wie iPS-Zellen oder invasiven Entnahmen im späteren Lebensalter.
Die nicht-invasive Gewinnung und sofortige therapeutische Verwendbarkeit machen diese Zellen zu einer wertvollen Ressource für zukünftige medizinische Bedürfnisse. Hier sind die wichtigsten Gründe:
1. Höchste Qualität natürlich gewonnener Stammzellen
- Stammzellen, die aus Nabelschnurblut, Nabelschnurgewebe oder Zahnpulpa in verschiedenen Lebensphasen (Geburt, Kindheit, junges Erwachsenenalter) gewonnen werden, sind natürlich, unreif und nicht manipuliert. Sie behalten ihre ursprüngliche Potenz und Reinheit bei, was sie für therapeutische Anwendungen biologisch überlegen macht.
- Minimale Umweltschäden: Zellen, die in der Kindheit gewonnen werden (z. B. aus Milchzähnen oder Weisheitszähnen, die aus kieferorthopädischen Gründen entfernt werden), sind nur minimal Umweltbelastungen wie Toxinen oder altersbedingten Mutationen ausgesetzt – Faktoren, die die Zellqualität beeinträchtigen.
- Natürliche Pluripotenz: Diese Zellen sind nicht genetisch verändert, wodurch Bedenken im Zusammenhang mit induzierter Pluripotenz vermieden werden.
(Pettit et al., Stem Cells International, 2018)1
2. Nicht-invasive und kostengünstige Gewinnung
- Die Gewinnung von Stammzellen aus Zähnen ist ein nicht-invasiver Prozess, der in der Regel erfolgt, wenn Kinder auf natürliche Weise ihre Milchzähne verlieren. Zahnextraktionen aus kieferorthopädischen Gründen können ebenfalls die Möglichkeit bieten, Zellen für spätere Verwendungen zu konservieren. Dies reduziert die Kosten und vermeidet Risiken, die mit invasiveren Methoden wie der Knochenmarkpunktion zur Stammzellgewinnung im Erwachsenenalter verbunden sind.
- Zudem wird dabei biologisches Material genutzt, das andernfalls entsorgt worden wäre – eine praktische Quelle für Stammzellen.
3. Einschränkungen bei der Gewinnung von Stammzellen im späteren Leben
- Qualitätsverlust mit dem Alter: Stammzellen, die im Erwachsenenalter gewonnen werden, sind oft weniger wirksam aufgrund kumulativer DNA-Schäden, reduzierter Teilungsfähigkeit und erhöhtem Risiko für Zellalterung. (Wagner et al., Stem Cell Research, 2009)2
- Invasivität und Kosten: Die Gewinnung erwachsener Stammzellen erfordert meist schmerzhafte und kostenintensive Verfahren wie Knochenmarkpunktionen oder Fettabsaugungen (für mesenchymale Stammzellen).
- Kompatibilitätsrisiken: Autologe Zellen, die später im Leben gesammelt werden, können genetische Mutationen oder altersbedingte Defekte aufweisen, die ihre therapeutische Wirksamkeit einschränken.
4. iPS-Zellen: Eine vielversprechende, aber fehlerbehaftete Alternative
- Induzierte pluripotente Stammzellen (iPSCs) entstehen durch Reprogrammierung somatischer Zellen in einen pluripotenten Zustand. Obwohl diese Technologie vielversprechend ist, bringt sie erhebliche Herausforderungen mit sich:
- Tumorbildung: iPS-Zellen haben ein hohes Risiko, Teratome (Tumoren) zu bilden, wenn sie transplantiert werden.
(Martinez-Fernandez et al., Nature Biotechnology, 2020)3 - Genetische Modifikationen: Der Reprogrammierungsprozess beinhaltet genetische Eingriffe, die unbeabsichtigte Mutationen oder Veränderungen im Zellverhalten hervorrufen können – ein ethisches und sicherheitsrelevantes Problem. (Knoepfler et al., Trends in Molecular Medicine, 2013)4
- Regulatorische Hürden: iPS-Zellen sind aufgrund von Bedenken hinsichtlich Stabilität und Langzeitsicherheit bisher nicht breit klinisch zugelassen. Natürlich gewonnene Stammzellen (z. B. aus Nabelschnurblut oder Zähnen) hingegen sind bereits zugelassen und werden erfolgreich eingesetzt.
- Therapeutische Wirksamkeit: iPS-Zellen können eine verminderte Wirksamkeit zeigen, da sie oft nicht vollständig ausgereift sind.
(Cerneckis, J., Cai, H. & Shi, Y., Sig Transduct Target Ther, 2024)5 - Kosten und Praktikabilität: Herstellung und Qualitätskontrolle von iPS-Zellen sind hochspezialisiert und teuer. Die Produktion von klinisch einsetzbaren autologen iPSC-Produkten erfordert spezialisierte Einrichtungen und Personal. Die geschätzten Kosten zur Herstellung eines GMP-konformen Produkts liegen bei rund 800.000 USD. (Doss MX, Sachinidis A., Cells, 2019)6
- Tumorbildung: iPS-Zellen haben ein hohes Risiko, Teratome (Tumoren) zu bilden, wenn sie transplantiert werden.
5. Therapeutische Anwendungen bevorzugen junge, nicht manipulierte Zellen
- Stammzellen, die von jungen Personen (von der Geburt bis zum jungen Erwachsenenalter) stammen, besitzen eine überlegene Regenerationsfähigkeit und ein geringeres Risiko für genetische oder umweltbedingte Defekte.
- Natürlich gewonnene Zellen haben sich als wirksam bei der Behandlung von Leukämie, Lymphomen und neurologischen Erkrankungen erwiesen, wobei die Forschung ihr Potenzial in der regenerativen Medizin stetig erweitert. (Squillaro et al., Frontiers in Cell and Developmental Biology, 2016)7
- Die sofortige Verfügbarkeit von eingelagerten Zellen aus frühen Lebensphasen vermeidet Verzögerungen und zusätzliche Kosten, die bei der späteren Gewinnung oder Erzeugung entstehen würden.
6. Praktische und wirtschaftliche Vorteile der frühzeitigen Einlagerung
- Die Einlagerung von Stammzellen aus Nabelschnurblut, -gewebe oder Zähnen sichert eine hochwertige Zellquelle, die sowohl für autologe als auch für allogene Therapien (abhängig vom HLA-Match) nutzbar ist.
- Kosteneffizienz: Einmal eingelagert, entfällt der spätere Bedarf an aufwändigen und teuren Gewinnungsverfahren. Im Gegensatz dazu ist die Gewinnung erwachsener Stammzellen oder die Erzeugung von iPS-Zellen kostspielig und ressourcenintensiv. (Sun et al., Biological Research for Nursing, 2020)8
Referenzen:
1. Pettit, A. R., et al. (2018). "Characteristics of Cord Blood and Dental Pulp Stem Cells." Stem Cells International.
Highlights the purity and regenerative potential of naturally collected stem cells.
2. Wagner, W., et al. (2009). "Replicative Senescence and Stem Cell Quality." Stem Cell Research.
Discusses how stem cell quality declines with age.
3. Martinez-Fernandez, A., et al. (2020). "Challenges of iPSCs in Clinical Applications." Nature Biotechnology.
Reviews tumor risks and genetic issues associated with iPSCs.
4. Knoepfler, P., et al. (2013). "The Safety of Induced Pluripotent Stem Cells." Trends in Molecular Medicine.
Explores ethical and safety concerns of genetically modified stem cells.
5. Cerneckis, J., Cai, H. & Shi, Y. Induced pluripotent stem cells (iPSCs): molecular mechanisms of induction and applications. Sig Transduct Target Ther 9, 112 (2024). https://doi.org/10.1038/s41392-024-01809-0
6. Doss MX, Sachinidis A. Current Challenges of iPSC-Based Disease Modeling and Therapeutic Implications. Cells. 2019 Apr 30;8(5):403. doi: 10.3390/cells8050403. PMID: 31052294; PMCID: PMC6562607.

